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MaxPic - Presse- und Sportfotografie | 08.02.2012
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Seeunfall-Übung des Havariekommandos PDF Drucken Email
Hubschrauber bringt Notärzte an Bord der MS Helgoland ©BrunssenBremerhaven, 12.10.2004 – Koordiniert durch das Havariekommando wurde erstmals eine Großübung für den Bereich „Verletztenversorgung und Brandbekämpfung auf See“ durchgeführt. Die Brandbekämpfungseinheiten sowie Verletztenversorgungsteams von Feuerwehren der gesamten deutschen Nord- und Ostseeküste leisteten bei der maritimen Katastrophenschutzübung Schwerstarbeit. Sie hatten vor allem die Versorgung und den Transport einer Vielzahl von Verletzten sowie Brandbekämpfung zu bewältigen.

Seenotrettungskreuzer HERMANN RUDOLF MEYER ©BrunssenNeben den Feuerwehren aus Cuxhaven, Bremen, Hamburg, Lübeck, Stralsund, Wilhelmshaven und Emden waren weiterhin alle für die maritime Notfallvorsorge zuständigen Stellen mit mehreren Schiffen und Hubschraubern beteiligt. Die Übung wurde auf der Außenweser vor Bremerhaven im Bereich Fedderwarder Reede durchgeführt. Als Havarist stand die HELGOLAND der Bremerhaven Helgoland Linie, Förde Reederei Seetouristik Flensburg GmbH & Co. KG, zur Verfügung, so dass die eingesetzten Kräfte unter realen Bedingungen ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen konnten.

Das zu bewältigende Szenario vor Bremerhaven: Das Seebäderschiff HELGOLAND kollidiert mit einem Küstenmotorschiff. Die Folge: Ein Brand in der Schiffskombüse. 150 Passagiere befinden sich an Bord, davon sind zehn Passagiere schwer, 20 mittelschwer und 50 leicht verletzt. Die Verletzungen entstanden bei der Kollision und durch das Feuer. Mehrere Menschen sind zudem beim Zusammenstoß über Bord gegangen oder in Panik von Bord gesprungen und haben Rettungsinseln erreicht. Das Seebäderschiff ist zunächst manövrierunfähig. Auf dem (fiktiven) Küstenmotorschiff gibt es keine Verletzten – allerdings treten Schadstoffe aus. Zu den übenden Einheiten aus allen norddeutschen Bundesländern gehören unter anderem Verletztenversorgungsteams, Brandbekämpfungseinheiten, Hubschrauber, Mehrzweckschiffe, Boote der Wasserschutzpolizei und des Bundesgrenzschutzes (BGS) sowie Zoll-Boote.

Ein Hubschrauber vom Typ Sikorsky S76 A+/B der Firma Wiking Helikopter Service GmbH brachte nach der Alarmierung der Rettungseinheiten durch den Kapitän der MS Helgoland zunächst sechs Notärzte, deren Aufgabe in der Sichtung der Verletzten bestand. Gleichzeitig ging das Gewässerschutzschiff MELLUM des Wasser- und Schifffahrtsamtes Wilhelmshaven bei der Helgoland längsseits und übergab Rettungskräfte. Auf der MELLUM befand sich auch der On Scene Coordinator, also die Einsatzleitung vor Ort. Die Rettungsaktion unterstützen zwei Rettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), die VORMANN STEFFENS mit Tochterboot ADELE und die HERMANN RUDOLF MEYER, die in Hooksiel bzw. Bremerhaven stationiert sind. Die Rettungskreuzer bargen die über Bord gegangenen Passagiere der Helgoland, später übernahmen sie Verletzte für die weitere Versorgung sowie den Transport ins Krankenhaus an Land.

Weitere Einsatzkräfte wurden per Hubschrauber (ein Puma der Bundesgrenzschutz Fliegerstaffel Nord und ein Seaking des Marinefliegergeschwaders 5 Kiel) eingeflogen, später übernahmen sie den Abtransport der Schwerstverletzten.

Unterstützt wurde die Rettungsaktion außerdem vom Gewässerschutzschiff GUSTAV MEYER des Wasser- und Schifffahrtsamtes Emden, durch das Fischereischutzboot MEERKATZE der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, vom Zollboot BREMERHAVEN mit Tochterboot HEIN MÜCK des Zollkommissariats Bremerhaven See und vom Küstenwachboot BG 25 BAYREUTH der Bundesgrenzschutzinspektion Cuxhaven.

Begleitet wurde die Übung durch zahlreiche Beobachter, unter ihnen Hamburgs Innensenator Udo Nagel, der auf der anschließenden Pressekonferenz an Bord der HELGOLAND die Wichtigkeit des Havariekommandos und derartiger Übungen unterstrich. Der Leiter des Havariekommandos Hans-Werner Monsees sowie der Übungsleiter, Herr Sören Heidenreich, zogen ein erstes positives Resümee nach der Übung. Von beiden wurde insbesondere das hohe Engagement aller beteiligten Organisationseinheiten und deren 300 Einsatzkräften gelobt. Die Übung gab wertvolle Aufschlüsse über weitere Übungen in diesem Bereich und wird unmittelbar nach Abschluss der Auswertung in die Fortschreibung der Konzepte einfließen. Mit dem bisher Erreichten insbesondere im Bereich der Verletztenversorgung sind die Partner selbst im europäischen Vergleich gut aufgestellt.

Das Havariekommando wurde aufgrund der Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Untergang des Holzfrachters PALLAS eingerichtet, damit Schadensereignisse auf See wirkungsvoller begegnet werden kann. Es handelt sich um eine gemeinsame Einrichtung des Bundes und der Küstenländer, die am 1. Januar 2003 ihre Tätigkeit mit Sitz in Cuxhaven aufnahm. Ziel ist der Aufbau und die Durchführung eines gemeinsamen Unfallmanagements auf Nord- und Ostsee. Das Havariekommando ist im Alltagsbetrieb ein Kompetenzzentrum mit derzeit 37 Mitarbeitern in sechs Fachbereichen. Das Maritime Lagezentrum (Fachbereich 1) ist im 24-Stunden-Betrieb mit Bediensteten der Wasserschutzpolizeien der Küstenländer und der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes besetzt.

Bei komplexen Schadenslagen wird ein Havariestab einberufen, der das einheitliche und koordinierte Vorgehen aller Einsatzkräfte des Bundes und der Küstenländer ermöglicht.

Bilder der Seeunfall-Übung bieten wir Ihnen gern an.

 
   
     

 
 

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