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Nicht bei allen Olympiakandidaten stand die Kieler Woche 2004 als Vorbereitung für Athen auf dem Programm, doch der Deutsche Segler-Verband (DSV) sorgte dafür, dass sich die deutschen Topsegler in Kiel einfanden. Sportlich zufrieden war der DSV mit den gezeigten Leistungen bei den äußerst schwierigen Bedingungen auf der Kieler Förde. Zwar gab es nur einen weitgehend wertlosen Gesamtsieg in der für Damen neu ins olympische Programm aufgenommenen Klasse Yngling, aber zahlreiche Top-Platzierungen: "Viele Crews unseres Verbandes haben es unter die Top-Drei oder -Vier geschafft", freute sich Hans Sendes.
Besonders hervorgehoben wurden vom DSV-Sportdirektor die Leistungen von Toni Wilhelm. Dem Mistral-Surfen (Kiel) wurde erst in letzter Minute noch der Gesamtsieg entrissen. "Ein Trend, der sich hoffentlich in Richtung Olympia weiterentwickelt", erklärte Sendes.
Der in Kiel lebende Wilhelm hatte selbst nicht mit einer solchen Top-Platzierung gerechnet: "Ich hatte die Kieler Woche eigentlich als Test gesehen, aber der kräftige Wind hat mich weit nach vorne getragen." Ingesamt sechs Starkwind-Regatten konnte er gewinnen. In einer guten Form bewies sich auch Amelie Lux - die Mistral-Silbermedaillen-Gewinnerin von Sydney belegte in Kiel den sechsten Rang und setzte damit ihren Aufwärtstrend der letzten Wochen fort.
Zu Top-Medaillen-Kandidaten für die olympischen Spiele entwickelten sich auch Petra Niemann (Berlin) in der Europe, Michael Fellmann (Kempten) im Finn Dinghy und das Duo Marcus Baur/Max Groy (Kiel) im 49er, die in ihren Klassen jeweils den zweiten Platz belegten und nur knapp an den Gesamtsiegen vorbeisegelten.
Für dritte Plätze reichte es bei dem Tornado-Duo Roland Gäbler/Gunnar Struckmann und für die 470er-Frauen Stefanie Rothweiler/Monika Leu (Immenstaad/Schwerin). Aber auch wenn Gäbler sich das Olympia-Ticket 2004 gesichert hat und auch schon angekündigt hat, dass er bis 2008 auf jeden Fall weitersegeln will, weil ihm der neue Tornado mit Gennaker und Trapez "wahnsinnig viel Spaß macht“, so darf er sich auch für 2008 wieder auf eine spannende Ausscheidung freuen. Denn die Verfolger Johannes Polgar und Carsten Happel kamen nur einen Platz hinter ihm ins Ziel.
Kristin Wagner trug sich dort zwar in die Siegerliste ein, aber mit nur drei teilnehmenden Booten ließ der Wettbewerb kaum Ausblicke auf die olympischen Regatten zu. Wagner gab sich dennoch zufrieden: "Unser Feld war zwar klein, aber alle drei Crews sind bei den olympischen Spielen am Start."
Top-Platzierungen erreichten auch übrigen Crews aus dem DSV Olympia-Team. Auch wenn bei den Starbooten die Mannschaft Michael Koch/Markus Koy den fünften Rang belegte und Olympiastarter Alexander Hagen/Jochen Wolfram am Ende mit Platz acht zufrieden sein mussten, ist der Platz in diesem Ausnahmefeld beachtlich.
Einen deutschen Sieg gab es auch in der Paralympic-Segelklasse 2,4mR. Dort setzte sich der mehrmalige Weltmeister Heiko Kröger deutlich durch. Von den neun gesegelten Rennen konnte er sechs gewinnen und gehört damit auch zu den Top-Favoriten für die Paralympics in Athen.
Dass eine Kieler Woche der perfekte Rahmen für die letzte Vorbereitung der Olympische Spiele ist, verdeutlicht der Blick auf die Teilnehmerlisten: Rund 120 Mannschaften von den insgesamt 264 Teams, die bei den olympischen Regatten an den Start gehen, waren auch in Kiel dabei. Ausfallerscheinungen wie in der Yngling-Klasse dürften daher auch die Ausnahme bleiben. "Wir mussten in diesem Jahr mit der Situation leben, dass wir nur fünf Wochen vor den olympischen Spielen liegen - das ist in den kommenden Jahren wieder anders", erklärte Dieter Rümmeli abschließend.
Am 25.06.2004 standen die Olympiateilnehmer für einen Fototermin zur Verfügung. Bei Interesse bieten wir Ihnen gern Bilder an. |